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Rheinfelden gehört zu den waldreichsten Gemeinden des Kantons Aargau

4. Februar 2021
Seit 15 Jahren gibt sich die Stadt Rheinfelden ein Jahresmotto. Im Interview erklären der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi und Nicolás Schmid, Leiter Stabsdienste und Stadtmarketing, unter anderem, warum sich die Stadt heuer für ein Motto rund um Natur und Energie entschieden hat und wieviel Wald es in Rheinfelden tatsächlich gibt.

Wie lautet das Jahresmotto 2021 der Stadt Rheinfelden?
Franco Mazzi: Unser diesjähriges Motto lautet «Rheinfelden: Natur & Energie».

2006 war das Jahr der Geissen. Seither präsentierte Rheinfelden alljährlich ein Motto. Was ist der Grund dafür?
Nicolás Schmid: Mit dem Jahresmotto möchten wir Schwerpunkte für das entsprechende Jahr setzen. Es ist uns wichtig, der Bevölkerung zu einem bestimmten Thema etwas mit auf den Weg zu geben und sie zu animieren, sich damit auseinanderzusetzen.

Wieso haben Sie sich für das Motto «Rheinfelden: Natur & Energie» entschieden?
Franco Mazzi: Da gab es mehrere Auslöser. Einerseits ist das Thema Klimawandel und dessen Einfluss auf Städte, Dörfer und die Natur in aller Munde. Da werden auch verschiedene Energieformen immer wieder thematisiert. Andererseits gab es während des Lockdowns letzten Frühling viele Menschen, die regelmässig Spaziergänge in die Natur unternahmen. Man spazierte über Feld, Wald und Wiesen. Das Bewegen im Wald und in der Natur gab den Leuten Energie.

In Rheinfelden gibt es aber nicht unendlich Wald?
Franco Mazzi: Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wie Rheinfelden beschaffen ist. Unser Stadtgebiet besteht aus 1600 Hektaren. Die Hälfte davon ist Wald. Ein Viertel ist Feld, Wiese und Gewässer, und lediglich ein Viertel ist Bauzone. Auch innerhalb der Bauzone gibt es Parks, Grünanlagen, Schrebergärten oder Privatgärten. Rheinfelden gehört zu den waldreichsten Gemeinden des Kantons Aargau.

Was hat die Stadt in Sachen Energie zu bieten?
Nicolás Schmid: Die Stadt Rheinfelden ist seit 2009 Träger des Labels «Energiestadt». Das ist eine Auszeichnung des Bundesamtes für Energie und des Trägervereins «Label Energiestadt». Das Label ist ein Leistungsausweis für eine konsequente und ergebnisorientierte Energiepolitik. Energiestädte fördern erneuerbare Energien, umweltverträgliche Mobilität und setzen auf eine effiziente Nutzung der Ressourcen. Grösstes Ausbaupotential hat Rheinfelden in den Bereichen Gebäudesanierung, Wärmeversorgung und Solarenergie. In diese Themen wird weiter investiert. Es wurden schon in den vergangenen Jahren auf diversen dafür geeigneten Gebäuden, wie dem Feuerwehrmagazin, der Schule Engerfeld oder auf dem neuen Swisslos-Gebäude, Solaranlagen installiert. Weitere sind geplant. Das Thema Energie passt fürs diesjährige Motto auch optimal, weil im Herbst 2021 die nächste Überprüfung erfolgt. Hier strebt Rheinfelden das nächsthöhere Label «Energiestadt Gold» an.

Mit welcher erneuerbaren oder «grünen» Energie zeichnet sich Rheinfelden zusätzlich aus?
Franco Mazzi: Da gibt es natürlich den Rhein, der seit der Eröffnung des alten Kraftwerks 1898 durch Wasserkraft «grüne» Energie liefert. Im September dieses Jahres feiert das neue Kraftwerk Rheinfelden das 10-Jahr-Jubiläum. Es speist das Schweizer und das deutsche Stromnetz und versorgt rund 170 000 Haushalte mit Energie aus der Natur. Auf dem Gemeindegebiet der Stadt befindet sich zudem das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt, welches leistungsmässig das grösste Wasserkraftwerk am Hochrhein ist. 

Als natürliche Energiequelle ist auch der Wald der Ortsbürgergemeinde zu erwähnen. Holzschnitzel dieses Waldes spielen im neu eröffneten Wärmeverbund Rüchi der AEW eine zentrale Rolle bei der Versorgung von grossen Wärmebezügern. Der zu rund 80 Prozente CO2-neutrale Wärmebezug entspricht demjenigen von zirka 1200 Einfamilienhäusern.

Inwiefern wird die Bevölkerung in das Jahresmotto «Rheinfelden: Natur & Energie» miteinbezogen?
Nicolás Schmid: Im Frühjahr werden im Stadtgebiet an diversen markanten Orten Banner mit dem Motto aufgehängt. Dabei kommunizieren wir weitere Unterthemen wie das Eichenwald-Reservat, erneuerbare Fernwärme oder die Klima Charta dazu. Ebenfalls werden wir verstärkt auf Aktuelles zu diesen Themen hinweisen, informieren, Projekte auslösen, Gelungenes und Wichtiges erklären und die Bevölkerung zum Mitmachen animieren. Veranstaltungen können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in Aussicht stellen, weil wir nicht wissen, wie sich die Pandemie entwickelt. Für die Bevölkerung soll Anfang Mai der Rheinufer-Rundweg eingeweiht werden. Zudem ist dieses Jahr der Bau der Brown-Nizzola-Plattform bei der Rheinfelder Rheinlust zur Erinnerung an diesen historischen Ort geplant. Die Ausstellung «Rheinfelden – unter Strom! Vom Dreiland in die Welt» im Fricktaler Museum wurde verlängert. Sobald die Museen Corona-bedingt wieder öffnen dürfen, darf man die Ausstellung besuchen. Auch werden dann wieder Führungen bei den Kraftwerken möglich sein.

Zum Schluss: Können Sie uns noch ein paar Hintergrundinformationen zum Logo «Rheinfelden: Natur & Energie» verraten?
Nicolás Schmid: Auf dem Logo, welches vom Grafiker Michael Hottinger umgesetzt wurde, ist mit den blauen Wellen der Rhein symbolisiert, der Energie aber auch die Natur widerspiegelt. In grün sind Felder- und Hügellandschaften, welche für die schöne Natur in Rheinfelden stehen, dargestellt. Neben den Hauptbegriffen Natur und Energie sind in den Farben grün und blau Wortspiele, wie zum Beispiel Rhein-Energie, Natur-Energie oder Natur-Rhein zu lesen. Auf dem Logo ist auch gut erkennbar, dass schon unser Stadtname mit «Rhein» und «Felden» Wortteile beinhaltet, die ideal zu unserem Jahresmotto «Natur & Energie» passen.

 

Foto Logo
Passend zum Jahresmotto entstand das Bild mit Nicolás Schmid (links) und Franco Mazzi in der Natur, oberhalb des Kraftwerks und des Rheins als Energiespender

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