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Fortsetzung des Kiesabbaus im Gebiet Rheinfelden Ost geplant

Rohstoffnutzung für die regionale Bauwirtschaft
In Rheinfelden wird seit vielen Jahrzehnten Kies abgebaut. Etliche frühere Kiesgruben sind längst rekulti-viert und werden heute als Bauland, Kulturland, Wald oder Naturschutzgebiet genutzt. Seit über 20 Jahren wird der Kies im Gebiet Rheinfelden Ost gewonnen. Die seit 1996 betriebene Kiesgrube Chleigrüt ist voll-ständig abgebaut und befindet sich in der Endphase der Wiederauffüllung. Aktuell und in den nächsten 8 bis 10 Jahren baut die Holcim Kies und Beton AG, Zürich, in der im Herbst 2015 eröffneten Grube Untere Rütenen Kies ab. Die Firma Holcim möchte sich nun durch einen mit den betroffenen Grundeigentümern abzuschliessenden Dienstbarkeitsvertrag die Kiesabbaurechte für die im kantonalen Richtplan als Material-abbaugebiet von kantonaler Bedeutung verzeichnete Geländekammer Grossgrüt sichern, um anschlies-send an den Kiesabbau Untere Rütenen die Kiesgewinnung im Gebiet Grossgrüt fortführen zu können.

Verlagerung des Kieswerks zu den nutzbaren Kiesreserven
Das in der Grube Untere Rütenen gewonnene Rohmaterial wird heute zur Aufbereitung ins 20 km entfernte Kieswerk Eiken der Firma Holcim gefahren. Aus wirtschaftlichen sowie verkehrs- und umweltpolitischen Gründen sollten Kieswerke möglichst in der Nähe der Kiesabbaustellen betrieben werden. Im Gebiet Sisslerfeld bei Eiken sind die nutzbaren Kiesreserven weitgehend erschöpft. Daher ist die Firma Holcim daran interessiert, ihr Kieswerk wenn möglich von Eiken nach Rheinfelden zu verlagern, um das im Gebiet Rheinfelden Ost in den nächsten Jahrzehnten abzubauende Kiesmaterial vor Ort für den Markt aufbereiten zu können. Die im Jahr 2014 vorgenommene Standortevaluation für das Kieswerk ergab, dass die Bauzone Chleigrüt für ein solches Werk der geeignetste Standort ist.

Keine Verkehrszunahme
Die für den Abbau im Gebiet Grossgrüt vorgesehene Jahresproduktion an Kiesmaterial ist nicht grösser als das heutige Kiesabbauvolumen in der Grube Untere Rütenen. Folglich ist während des späteren Kiesabbaus im Gebiet Grossgrüt im Vergleich zu heute keine Zunahme des Zubringerverkehrs mit Kies- und Aushubtransporten zu erwarten. Durch die nach Inbetriebnahme des geplanten Kieswerkes Rheinfelden wegfallenden Transporte des Rohmaterials zur Aufarbeitung ins heutige Kieswerk Eiken und zurück zu den heutigen Betonwerken und Baustellen im unteren Baselbiet sowie im Raum Basel entfallen hingegen viele Kiestransporte auf der Autobahn A3 zwischen Rheinfelden und Eiken, sodass der Schwerverkehr auf diesem Autobahnabschnitt reduziert wird.

Chancen für die Natur
Der im Gebiet Grossgrüt geplante Kiesabbau ist mit den Zielen und Festlegungen des kommunalen Richtplans Landschaft und Erholung gut vereinbar und bietet Chancen für landschaftliche und ökologische Aufwertungsmassnahmen in dieser landwirtschaftlich intensiv genutzten und ausgeräumten Ackerlandschaft.

Grundwasser nicht gefährdet
Die vorrangigen Grundwasserfassungen der Stadt Rheinfelden im Waldgebiet Heimeholz nutzen den Grundwasserstrom rund 1 km oberhalb der Abbaustelle Grossgrüt, sodass der geplante Kiesabbau das Trinkwasser der Stadt nicht tangiert.

Willkommenes Deponievolumen für Aushubmaterial
Das im Rahmen der Wiederauffüllung von Materialabbaustellen verfügbare Deponievolumen zur Ablagerung von Aushubmaterial wird seit Jahren weitherum immer knapper. Allenthalben müssen nun, wie beispielsweise in Eiken, Aushubdeponien auf gewachsenem Terrain ins Auge gefasst werden. Die Kiesgruben Untere Rütenen und Grossgrüt verschaffen der Region Unteres Fricktal für Jahrzehnte genügend Deponie-volumen zur Ablagerung von unverschmutztem Aushub, so dass im Gebiet um Rheinfelden in absehbarer Zukunft kein künstlicher Berg aufgeschüttet werden muss.

Finanzieller Nutzen für die Stadt
40% des 20 Hektar grossen Abbauperimeters sind Eigentum der Einwohnergemeinde und der Ortsbürgergemeinde Rheinfelden. Die restlichen 60% gehören zwei privaten Eigentümern. Die Grundeigentümer werden für den Kiesabbau und die Wiederauffüllung mit unverschmutztem Aushubmaterial durch die Holcim Kies und Beton AG als Abbauberechtigte und Betreiberin des Kiesabbaus pro Tonne abgeführtem Material entschädigt. Gesamthaft dürfen die Grundeigentümer während des rund 20 Jahre dauernden Abbaus mit jährlichen Entschädigungen von gut einer Mio. CHF rechnen. Wird zudem das geplante Kieswerk Chleigrüt bewilligt und gebaut, werden der Stadt als Eigentümerin des Grundstücks dafür jährlich Baurechtszinsen in sechsstelliger Höhe zufliessen. Schliesslich wird der Einwohnergemeinde als Ausgleich für die Belastung der Einwohnerschaft durch den Kiesabbau eine linear zur abgeführten Masse Kiesmaterial bemessene Entschädigung in der Höhe von einigen zehntausend CHF pro Jahr ausbezahlt. Das Kieswerk bringt auch einige Arbeitsplätze nach Rheinfelden und generiert der Stadt zusätzliche Steuereinnahmen.

Startschuss zu intensiver Planungstätigkeit
Die geplante Fortsetzung des Kiesabbaus im Gebiet Rheinfelden Ost hat noch einen weiten Weg vor sich. Mit der erforderlichen Zustimmung der Einwohnergemeinde-Versammlung sowie der Ortsbürgergemeinde-Versammlung Rheinfelden zum Dienstbarkeitsvertrag für den Materialabbau und die Wiederauffüllung in der Flur Grossgrüt stehen im Juni 2018 erste Entscheide an. Anschliessend muss für die Realisierung des geplanten Kieswerks Chleigrüt das Baugrundstück von der Arbeitszone II (Gewerbe) in die Arbeitszone III (Industrie) umgezont werden. Im für die Bauzone Chleigrüt zu erstellenden Gestaltungsplan ist aufzuzeigen, wie die Belange des Natur- und Landschaftsschutzes berücksichtigt und umgesetzt werden sollen. Insbe-sondere ist im westlichen Teil der Bauzone Chleigrüt eine Teilfläche dauernd von Bauten freizuhalten und so zu gestalten, dass die ökologische Vernetzung der Landschaft gefördert und der das Areal querende Wildtierkorridor von kantonaler Bedeutung aufgewertet wird. Schliesslich erfordert der geplante Kiesabbau im Gebiet Grossgrüt eine Änderung des kantonalen Richtplans und die Ausscheidung einer Kiesabbauzone im Nutzungsplan Kulturland. Im Rahmen der Nutzungsplanung sowie des Baubewilligungsverfahrens muss der Kiesabbau Grossgrüt eine umfassende zweistufige Umweltverträglichkeitsprüfung bestehen. Meistert das Projekt alle Hürden, dann kann in 8 bis 10 Jahren der Spatenstich zum Kiesabbau im Gebiet Grossgrüt erfolgen.
Übersichtsplan Kiesabbau Rheinfelden Ost
 

Datum der Neuigkeit 21. März 2018