Die Wohnsiedlung Augarten aus den 1970er Jahren zählt über 1'000 Wohneinheiten und wurde seit dem Bau der Siedlung über einen Nahwärmeverbund mit Wärme versorgt. Für die Beheizung und das Brauchwarmwasser standen drei Heizkessel (Basis Erdgas) mit einer Leistung von je 3 MW im Einsatz. Die Heizanlage befindet sich im Untergeschoss eines der Hochäuser und dient nach wie vor der Spitzenabdeckung der Redundanz des Wärmeverbundes. Die Machbarkeit eines grösseren Wärmeverbundes wurde im Auftrag des Gemeinderates bereits in den 1990er Jahren überprüft. Mit dem Bauvorhaben zur ersten Etappe der neuen Wohnüberbauung Weiherfeld Ost wurden die Grundlagen im Auftrag der Gemeinde und mit Unterstützung des Kantons Aargau aktualisiert und damit der Grundstein für den Realisierungsentscheid der Bauherrschaften gelegt. Die ARA als sichere Wärmequelle und die kurze Distanz zwischen der ARA und den dicht bebauten Wohnsiedlungen sowie der ideale Anschluss an das bestehende Nahwärmenetz führte zu einer raschen Realisierung und in Betriebnahme im Jahre 2008. An die Vorzeigeanlage werden im Endausbau gegen 1'600 Wohneinheiten und das nahe gelegene Gewerbegebiet angeschlossen sein. Dies entspricht unter anderem rund einem Drittel der Rheinfelder Bevölkerung. Das gereinigte Abwasser der ARA wird als Wärmequelle für zwei am Rand des Nachklärbeckens platzierte Wärmepumpen genutzt. Die Wärmepumpenanlage in der ARA hat eine installierte Leistung von 2,5 MW. Zu dieser Anlage gehört ein Warmwasserspeicher mit einem Volumen von 50m3, der das Erreichen hoher Betriebszeiten ermöglicht und die morgendlichen Wärmebedarfsspitzen bricht. Zwischen der ARA und der bestehenden Energiezentrale im Augarten wurde eine rund 500m lange Fernwärmeleitung verlegt. Für den Anschluss der neuen Wärmebezüger im Weiherfeld mussten weitere 1'500m neue Fernwärmeleitungen verlegt werden. Durch die sinnvolle Nutzung des gereinigten Abwassers der ARA können rund 14'000 MWh Wärme ins Netz eingespeist werden. Zur Erzeugung der gleichen Menge Wärmeenergie wären 1'250'000 m3 Erdgas nötig, was einem CO2-Ausstoss von etwa 2'650 Tonnen pro Jahr entspricht. Die Anlage wird im Contracting durch die AEW Energie AG betrieben. Die Investitionskosten betrugen über 8 Mio. Franken.
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